Können Browserspiele einen pädagogischen Mehrwert bieten?

16 09 2011

Immer wieder werden Stimmen laut, die Fernsehen und Computerspiele verdammen und für alle Probleme von Kindern und Jugendlichen verantwortlich machen. Das ist natürlich übertrieben, aber ebenso sicher ist es nicht gut, wenn Kinder vier, fünf Stunden oder noch länger am Tag vor diesen Geräten sitzen. Doch eine oder auch zwei Stunden täglich können eine gute Abwechslung sein, insbesondere, wenn die Kinder dabei etwas lernen. Denn der größte Lernerfolg entsteht, wenn der Lernende Spaß dabei hat, ungeachtet des Alters. Können Computerspiele, und insbesondere Browserspiele dies leisten?

Ein Spiel kann viel Wissen vermitteln

Die Antwort auf diese Frage ist ein klares ja. Es spricht nichts dagegen. Allerdings müssen die Spiele entsprechend entworfen werden. Denn allzu oft wird lernen mit dem bloßen Pauken von Fakten gleichgesetzt. Das ist sehr wichtig, aber auch hier bestimmt die Art maßgeblich den Erfolg.

Zum Beispiel könnte ein Spiel „Weltreise“ auf spielerische Weise Wissen vermitteln. Nur wenn eine Frage richtig beantwortet wurde, erhält der Spieler eine Länderkarte. In Extraspielen müssen dann berühmte Bauwerke gepuzzelt werden, um schneller zu ziehen als nur die erwürfelten Augen. In einem anderen Spiel lernt das Kind in einem virtuellen Garten etwas über Pflanzen. Eine weitere Möglichkeit des spielerischen Wissenserwerbs wäre es beispielsweise, einem virtuellem Zoo als Zoodirektor vorzustehen und den Tierarten das richtige Gehege mit den richtigen Pflanzen zu geben. Selbst gesunde Ernährung kann vermittelt werden, indem die Spieler raten müssen, wie lange sie laufen oder schwimmen müssen, um ein Stück Torte wieder loszuwerden. Die Möglichkeiten sind schier unendlich.

Auch das Training von Fertigkeiten ist möglich

Neben den typischen Sachen wie dem Einmaleins können auch auf einfache Art anspruchsvollere Fertigkeiten vermittelt werden. Wer ist am schnellsten dabei, eine dreidimensionale Figur einem zweidimensionalen Plan zuzuordnen? Welche Note hatte dieser Ton? Aber auch Dinge wie Konzentration, Zuhören und kritisches Denken können trainiert werden. Wer sich fragt, wie das gehen soll, sei nur an Detektivspiele erinnert, bei denen diese drei Fertigkeiten darüber entscheiden, ob man die Lüge erkennt und den Täter stellen kann.

Vorteile des Browserspieles

Ein Browserspiel hat einige spezifische Vorteile. Es kann prinzipiell multiplayerfähig konzipiert werden. Das fängt bei einfachen Ranglisten an, geht aber noch viel weiter. Reale Mitspieler machen die oben angesprochene Weltreise interessanter. Das gilt insbesondere, wenn es die Freunde aus der Schule sind, die aber zu weit weg wohnen, um einfach mal so zum Spielen vorbei zu kommen. Deswegen gibt es Portale wie www.browserspiele.de, wo Spieler zusammenfinden können. Der freundschaftliche Wettkampf oder das gemeinsame Anstreben eines Zieles motivieren nicht nur zu Höchstleistungen, sondern verbessern auch noch ganz nebenbei die soziale Kompetenz. Und Teamwettkämpfe geben allen Spielvarianten noch einmal eine Extradosis Spielspaß.

Eltern sind nicht wegzudenken

Doch trotz allem gilt auch bei Browserspielen, insbesondere bei jüngeren Kindern: Den meisten Spaß und die größte Wirkung macht die Aktivität, wenn sie zusammen mit den Eltern ausgeführt wird. Auch den Eltern selber. Die Spiele können den Eltern dabei eine Menge Arbeit bei der Vorbereitung sparen. Und nicht zuletzt erfährt der elterliche Mitspieler beim Spielen mit den lieben Kleinen auch ganz genau, wie gut sie gerade sind und wo es vielleicht Probleme gibt. Doch sollte bei aller Pädagogik nicht vergessen werden: Am wichtigsten ist der Spaß. Das Lernen kommt dann schon von ganz alleine.


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